Kommentar – Warum verschwand das Maifest?

Maifest in Hattingen (Foto: RuhrkanalNEWS)

Der Kommentar: Das Hattinger Frühlingsfest ist erfolgreich,so Stadtmarketing-Chef Georg Hartmann. Doch mit dem Ende des Maifestes ging ein Stück lokaler Tradition verloren. Warum man den Maibock und die Maikäfer gegen ein austauschbares Frühlingsprogramm tauschte, bleibt fraglich. Ein Denkanstoß zur Identität städtischer Feste. Das Hattinger Frühlingsfest ist, so heißt es in der Pressemitteilung von Hattingen Marketing, „ein voller Erfolg“. Zufriedene Besucher, ausgelassene Stimmung, gute Umsätze – das klingt nach einem mustergültigen Stadtmarketing. Und doch bleibt ein schaler Nachgeschmack: Warum musste dafür eigentlich das Maifest weichen? Ein Kommentar von Claus J. Barteczko

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Das ursprüngliche Maifest war mehr als ein beliebiges Straßenfest. Der Maibock-Anstich, die tanzenden Maikäfer und der Bezug zum traditionellen Wonnemonat hatten Charme und Bodenhaftung. Man spürte die Jahreszeit, sah lokale Farben, hörte vertraute Namen. Es war ein Stück Hattinger Frühling mit eigener Handschrift – nicht nur ein weiterer Programmpunkt im Veranstaltungskalender.

Das heutige Frühlingsfest wirkt dagegen, bei allem organisatorischen Erfolg, beliebig. Kunsthandwerk, Fischstände, niederländische Pflanzen – das könnte in jeder Innenstadt stehen. Die Herzensangelegenheit der Veranstalter in allen Ehren, doch das Herz des Festes schlägt inzwischen im Rhythmus professioneller Eventagenturen, nicht mehr im Takt des Maibaums.

Zur Erinnerung Maifest 2015 (Filmbeitrag: RuhrkanalNEWS)

Natürlich will Stadtmarketing Menschen in die Stadt locken, und ja: Der Erfolg gibt ihnen Recht. Aber Erfolg allein ersetzt keine Identität. Hattingen bekommt jedes Jahr Touristen, Besucher, Umsatz – doch Feste wie das Maifest erzählten auch Geschichte. Sie waren Symbol für einen Neuanfang und für die Verbindung von Tradition und Geselligkeit.

Vielleicht ist es Zeit, daran zu erinnern, dass Städte nicht nur Feiern brauchen, sondern auch Erkennungszeichen. Der Frühling ist überall – der Mai, mit all seinem Brauchtum und Charme, war in Hattingen einmal einzigartig. Man sollte sich gut überlegen, ob man das für ein generisches Erfolgskonzept endgültig aufgeben will.

Zum Artikel: Frühlingsfest ein voller Erfolg

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1 Kommentar zu "Kommentar – Warum verschwand das Maifest?"

  1. Hans-Georg Harms | 13. April 2026 um 11:33 | Antworten

    Lieber Ruhrkanal, es ist schon etwas länger her, damals hieß unsere Bürgermeisterin noch Dagmar Goch. Maikirmes war Tradition in Hattingen, bis das „Stadtmarketing“ daraus ein Maifest mit verkaufsoffenem Sonntag machte.
    Damals gab es auch noch einen gewerkschaftlichen 1. Mai im der Stadt.
    Da der 1. Mai ein beweglicher Feiertag ist viel er dann halt mal auf einen Sonntag. „Stadtmarketing“ wollte diesen Auch verkaufsoffen durchführen. Die Hattinger Gewerkschafter/innen wehrten sich erfolgreich dagegen.
    Folge: dieses Maifest ohne offene Läden und in der Folge Frühlingsgefühle das jeweils den 1. Mai nicht mehr nerührte.

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