Hattingen – Ein aktueller Vorschlag zur Gründung einer staatlichen Wohnungsbaugesellschaft stößt bei der Hattinger Wohnungsgenossenschaft hwg auf deutliche Kritik. Geschäftsführer Dr. David Wilde bezeichnet die Idee als „einen absoluten Schlag ins Gesicht“ für all jene, die seit Jahrzehnten vor Ort sozial verantwortlich und gemeinwohlorientiert Wohnraum schaffen.
„Die Botschaft, die dieser Vorschlag sendet, ist fatal“, so Wilde. „Er suggeriert, dass die bestehenden Akteure – Wohnungsgenossenschaften, kommunale, kirchliche und andere gemeinwohlorientierte Wohnungsunternehmen – ihre Aufgabe nicht erfüllen. Dabei liegt das Problem gar nicht bei uns, sondern bei den immer schwierigeren Rahmenbedingungen, unter denen wir überhaupt noch bauen können.“
Nach Einschätzung des hwg-Geschäftsführers fehlt es in Deutschland keineswegs an erfahrenen, leistungsfähigen oder engagierten Wohnungsanbietern. „Wir haben das Know-how, die Strukturen, die Teams und vor allem den Willen, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Was uns ausbremst, sind zu hohe Baukosten, lange Genehmigungsverfahren, überbordende Regulierung und teure Finanzierung.“
Wilde warnt zudem vor den kommenden Belastungen durch steigende Energiepreise und geopolitische Unsicherheiten: „Das Bauen wird weiter teurer, und anstatt Milliarden in den Aufbau neuer staatlicher Strukturen zu stecken, sollte die Politik lieber die bestehenden gemeinwohlorientierten Wohnungsunternehmen wirksam entlasten.“
Die hwg Hattingen fordert daher eine politische Kehrtwende: weniger bürokratische Hürden, schnellere Verfahren, stabile und ausreichende Fördermittel sowie bessere Finanzierungsbedingungen. „Neue staatliche Gesellschaften schaffen keinen bezahlbaren Wohnraum – sie schaffen Bürokratie. Der schnellste und wirksamste Weg, die Wohnungsnot zu bekämpfen, wäre, uns endlich bauen zu lassen“, sagt Dr. Wilde abschließend.




























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